Hondas angetestet - von MSX 125 bis Fireblade SP

Themen die sonst nirgendwo rein passen.

Hondas angetestet - von MSX 125 bis Fireblade SP

Beitragvon OSM62 » 07.05.2017, 21:55

Neben der X-ADV und der Africa Twin habe ich die Chance genutzt und habe beim Pressetag von
Honda noch weitere neue Motorräder angetestet.
Nach den 2 Zylindern wollte ich jetzt aber auch 4 Zylinder fahren. Kleine Einzelhubräume
versprechen Laufkultur, also ran mit der 91 PS starken CB 650 F:

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Stylisch finde ich schon die Auspuffanlage mit der Krümmeranordnung wie Sie 1974
schon die CB 400 Four hatte. Es ist mal interessant einen kleinen 4 Zylinder zu bewegen,
der das gleiche Drehzahlband hat wie meine BMW S 1000 R (max. Drehzahl 12000 U/min).
Nur das bei gleichen Gewicht bei der BMW fast die doppelte Leistung anliegt.
Was beim aufsitzen begeistert ist wie kurz diese Honda ist. Die 208 kg sind wunderschön
handlich. Man hat zwar keinen Schaltassi, aber man kann, es ist ja ein 4 Zylinder, schon
innerhalb der im Ort erlaubten 50 km/h komplett bis in den 6. Gang durchschalten und
kann dann eigentlich bis zum nächsten Stop darin bleiben. So rollt man entspannt durch
die Stadt und über die Landstraße, nur wenn Geläuf enger wird und das Tempo anziehen
soll, dann muss/sollte man mal wieder den Schalthebel bedienen. Das macht dann
richtig Spaß und man kann damit richtig flott im Rahmen der 91 PS durch die Gegend flügen.
Eine Kleinigkeit die mich bei dem sehr sparsam ausgestatteten Cockpit stört,

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ist die fehlende Ganganzeige. Wenn man beim hochschalten nicht mitzählt und im
6. Gang nochmal nach dem nächsten Gang sucht, landet man an der Hochschaltsperre,
das tut mitunter weh. Wenn man schon keine Ganganzeige verbaut, dann sollte man
nach dem höchsten Gang wenigstens in einen "Leergang" landen.
Achso, fast vergessen, die CB 650 F läuft auf der Bahn ruhig und sicher Tacho über 200 km/h.

Und ich dachte die schafft die gleich starke CB 1100 RS auch locker auf der Bahn.

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Aber denkste, die geht bei Tacho 185 km/h schon leicht rührend in den Begrenzer, und das
bei sehr glatten Belag. Also wird hier nicht umsonst wegen dem Fahrwerk das Tempo eingebremst.
Das ist auch nicht das Revier der CB1100RS, das liegt auf der Landstraße. Hier soll/kann man damit
cruisen. Das nutzbare Drezahlband ist auch viel kleiner wie bei der 650er, auch der 6. Gang ist
bedeutend länger übersetzt. aber hier hat das Cockpit sogar eine Ganganzeige.

Bild

Aber dieses Motorrad soll schön und nach classic aussehen, da bleibt für mich leider der
Fahrspaß auf der Strecke. Was noch stört ist das Gewicht von 252 kg, und für mich ein
absolutes K.O. Kriterium, mit der Lenkerkröpfung komme ich sehr schlecht zurecht, der
Lenker ist zu weit zum Fahrer gebogen. Insgesamt ist die CB 1100 RS mir ein wenig zu
"Old School".

Nun für mich eher ein Nachtest, ich wollte noch den Blipper (Schaltassi Pro) der Fireblade
testen, ob und wie er funktioniert. So habe ich mir dann eine Fireblade SP gekrallt.

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Ich hatte ja beim Presseevent zum Michelin Power RS die Fireblade artgerecht bewegen
können, nur bremste da der fehlende Blipper die an sich vom Fahrwerk traumhaft handliche
Fireblade auf den langen Geraden wegen zu langer "Schaltpausen" ein. Von den Blipper auf
der Rennstrecke von den RR verwöhnt, auch meine S 1000 R und die K 1600 GT haben ihn,
war ich gespannt wie Honda das hin bekommt. Also zusammen gefaltet und Kopf in den
Nacken (leider bei diesen Supersportlern) und rauf auf das Moped und ab auf die Bahn,
die hier insgesamt 6 spurig ist. Und nun die Gänge durchgezogen. Da habe ich mir mehr
versprochen, die Fireblade schaltet mechanisch hart und möchte die Gänge gewissenhaft
durchgezogen haben. Das kann meine S 1000 R mit weniger Kraft und weicher. Da hatte
ich mir von Honda ein wenig mehr versprochen.
Was natürlich Spaß macht mit so einem kraftvollen Moped, man braucht auf der Autobahn
nur wenige Hundert Meter und hat dann auch mal die 270 km/h auf dem Tacho stehen.
Ja, Leistung kann Spaß machen. :mrgreen:
Nach der Rückkehr von der schnellen Runde hatte ich einen auf so einem "Kindermoped"
sitzen sehen. Da habe ich mir gedacht, mit mir drauf (bin ja nochmal einen Kopf größer)
könnte das ganze noch lustiger aussehen. Also hin und drauf gesetzt.

Bild

Uuups, dachte ich mir dann, ist zwar klein das Moped sieht auch lustig aus, aber die
Sitzposition ist gar nicht unbequem wie sie im ersten Moment zu sein scheint.
Die MSX 125 kneift auch nicht unter den Armen. So bin mit Ausnahme der Autobahn
(die mögliche V/max von ca. 100 km/h ist auch auf der Landstraße gefahrlos zu erreichen)
die normale Testrunde an diesem Tag gefahren. Und habe auch meine (Detail)-Aufnahmen
der MSX 125 gemacht. Die Tour damit zeigte sogar das ich mir vorstellen könnte damit
längere Touren als mit einer Fireblade zu fahren.
Auch das Cockpit sorgt für die wichtigsten Infos und ist gut ablesbar:

Bild

Die Schräglagenfreiheit ist natürlich bemessen, aber ein wichtiges Sicherheitsfeature ist
an Bord, ein vollwertiges ABS. So lassen sich die 102 kg plus Fahrer sicher zum stehen bringen.

Alle Bilder vom Presseevent mit vielen Detailbildern von den verschiedenen Hondas habe ich hier:
http://www.bmw-motorrad-bilder.de/mb/thumbnails.php?album=181

Ich finde es von Honda richtig gut, das Sie mir die Möglichkeit gegeben haben im Schnelldurchgang
die wichtigsten Modelle die einen interessieren zum probieren/antesten zur Verfügung stellen.
Auch direkte Vergleiche ein und desselben Modells mit unterschiedlichen Getrieben sind sehr
aufschlussreich.
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Re: Hondas angetestet - von MSX 125 bis Fireblade SP

Beitragvon Mangfalltaler » 08.05.2017, 09:54

Hallo Michael,

vielen Dank für den tollen Bericht und Schilderung Deiner Fahreindrücke. Ich bin selbst Honda-Fan und habe über viele Jahre die verschiedensten Modelle gefahren, meistens irgendein Reihenvierzylinder.

Was ich in der Modellpolitik jedoch völlig vermisse, ist ein adäquates Modell, dass gegen MT-10, S1000R, Z1000SX oder GSX-1000 antreten könnte. Der potenteste Reihenvierer (außerhalb der Fireblade) ist die CBR1000R mit 125 PS, allerdings hat Honda dieses Modell mittlerweile ja auch schon eingestellt. Absolut unverständlich für mich, warum der Pionier des Vierzylinders im Motorradbau hier nicht präsent ist.

Viele Grüße,
Ralf
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Re: Hondas angetestet - von MSX 125 bis Fireblade SP

Beitragvon OSM62 » 08.05.2017, 11:07

Mangfalltaler hat geschrieben:Hallo Michael,

vielen Dank für den tollen Bericht und Schilderung Deiner Fahreindrücke. Ich bin selbst Honda-Fan und habe über viele Jahre die verschiedensten Modelle gefahren, meistens irgendein Reihenvierzylinder.

Was ich in der Modellpolitik jedoch völlig vermisse, ist ein adäquates Modell, dass gegen MT-10, S1000R, Z1000SX oder GSX-1000 antreten könnte. Der potenteste Reihenvierer (außerhalb der Fireblade) ist die CBR1000R mit 125 PS, allerdings hat Honda dieses Modell mittlerweile ja auch schon eingestellt. Absolut unverständlich für mich, warum der Pionier des Vierzylinders im Motorradbau hier nicht präsent ist.

Viele Grüße,
Ralf

Hallo,
ja so ein Gegenstück zur S 1000 R fehlt noch.
Aber so wie ich gehört habe werden auf der EICMA Ende des Jahres wieder einige neue Modelle
vorgestellt. Ich denke die Entwicklungsabteilungen waren/sind durch die Umstellung auf Euro 4
und den damit verbundenen Arbeiten so im Stress, das Sie erst die wichtigsten Modelle angepasst
haben. Jetzt kommen dann nach und nach die Nischenprodukte.
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