Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

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Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon fazer-fighter » 01.06.2017, 20:35

Wie das Topic schon sagt, es gibt ja hier viele Kollegen, die oft auf der Rennstrecke unterwegs sind. Ich selbst war noch nie auf der Renne. Kann man eigentlich die Rennstreckenerfahrungen auf die Landstrasse übertragen ? Auf der Renne hat man freie Sicht und fährt Schräglagen von lass mich lügen 55-60°. Aber was läßt sich davon auf die Landstrasse übertragen ? Im Schwarzwald gibt es oft Kurven, die, wenn nicht als Hausstrecke bekannt, oft nicht komplett einsehbar sind. hat man da als Rennerfahrener einen 7ten Sinn, wie die Strecke weitergeht oder einfach nur das Wissen über die falls überraschend nötige extreme mögliche Schräglage. Oder fahrt ihr da einfach viel zurückhaltender ? Würde mich echt interessieren.
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Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Maxell63 » 01.06.2017, 20:44

was du auf jeden Fall auf der Rennstrecke lernst, dass das Material vollkommen egal ist. Wenn das erst mal ein guter Fahrer mit einer 15 Jahre alten GSX R 1000 vorbei gezogen ist, weisst du bescheid
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Serpel » 01.06.2017, 21:06

Finde schon, dass das übertragbar ist. Würde sogar noch weiter gehen und sagen, wirklich gut auf der Straße ist man erst mit entsprechend Rennstreckenerfahrung.

Aber aufpassen: Auf der Rennstrecke verliert man ein wenig den Respekt vor den Gefahren, was auf der Landstraße bekanntlich fatal enden kann. Man muss dann wieder einen Gang zurück schalten (eigentlich hoch schalten) und sich immer wieder bewusst machen: "das ist Landstraße, keine Rennstrecke, das ist Landstraße, keine Rennstrecke ... "

Gruß
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Bernd69 » 01.06.2017, 21:43

Ich habe komplett mit der Straßen bzw. Landstraßen Fahrerei aufgehört, da ich durch die Rennstrecke immer zu schnell unterwegs war, nebenbei hat es keinerlei Spaß mehr gemacht.

Wie Serpel sinngemäß schon schrieb, auf der Landstraße gibt es keine Kiesbetten, sondern Bäume, Gräben, Gegenverkehr, also immer vorsichtig fahren.
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon jussen » 01.06.2017, 21:47

Auf der einen Seite bringt mir die Erfahrung auf der Renne die Gewissheit, dass in spontanen Situationen "noch was geht", wo früher der Kopf schon eher Schluss gemacht hat.
Auf der anderen Seite fahre ich auf der Landstraße aber ich ruhiger, da ich mir den Spaß an Schräglage und Geschwindigkeit eher auf der Renne hole.
Ich möchte die Erfahrung nicht missen.

Viele Grüße Jussen
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Spatz » 01.06.2017, 23:08

neben dem "Wissen was in der Theorie geht", war/ist für mich auch die Erkenntnis, wie schmal der Grat sein kann zwischen "ist sich noch ausgegangen" und "90 Grad Schräglage".

Folglich fahre ich auf der Strasse mit viel viel mehr Reserven, eben statt echten 50-55 Grad nur 40-45 Grad Schräglage. Auf das Hineinbremsen in eine Kurve verzichte ich und versuche die Geschwindigkeit vor dem Einlenkpunkt auf die Kurvengeschwindigkeit zu reduzieren.
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon -mat- » 02.06.2017, 07:44

fazer-fighter hat geschrieben:hat man da als Rennerfahrener einen 7ten Sinn

der nutzt dir auf der landstrasse wenig, wenn der bauer mit seinem traktor auf der strasse steht... die regel lautet: kann man kreuzen, sollte man auf sichtweite anhalten können, kann man nicht kreuzen, entsprechend halbe sichtweite.

hatte leider erst einmal die gelegenheit, und auch nur mit dem auto, auf einer rennstrecke unterwegs zu sein. macht schon spass, die anforderung verschieben sich halt. man hat keinen gegenverkehr und sonstige störfaktoren, dafür bewegt man das fahrzeug schneller, muss brems- und einlenkpunkte finden und die strecke lernen. dazu kommt, dass man ja auch nicht gleich in der 1. runde die bestzeit hinbrettert sondern sich auch von runde zu runde herantastet und so immer schneller wird.

aber rennstrecke mit töff steht definitiv noch auf der bucketlist!
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon VT12 » 02.06.2017, 08:20

Maxell63 hat geschrieben:was du auf jeden Fall auf der Rennstrecke lernst, dass das Material vollkommen egal ist. Wenn das erst mal ein guter Fahrer mit einer 15 Jahre alten GSX R 1000 vorbei gezogen ist, weisst du bescheid


@Maxell63
Oh Oh, dann haste´´ auf der Rennstrecke nix zu suchen, oder solltest dir zumindest bewußt sein das von hinten
ständig wer angerauscht kommt. Das nervt dann sicher.

@Fazer-Fighter
Im Grunde ist meinen Vorrednern fast nichts hinzu zu fügen.
Aus meiner Sicht:
Rennstrecken Erfahrung nützt insofern, das du deine Technik kennst, deren Grenzen beherschst so gut wie du kannst.
Auf der Landstrasse annähernd das gleiche Tempo anzuschlagen halte ich für sehr riskant.
Wie man weiß kann auf der LS ständig eine Überraschung lauern, plötzlich und unvorhersehbar.
Das ist der 7. Sinn den du entwickelst wenn du schon viele Erfahrungen / Grenzsituationen heil (oder nicht) überstanden hast.

Schräglagen, damit meine ich echte >50Grad sind auf der LS eher riskant, es sei denn man kennt die Kurven und
was DAHINTER lauern kann, sehr genau.
Daher fahre ich auf der LS, wie viele hier, eher zurückhaltend. Ist gesünder.

LS fahren macht schon Spass, auch mit einer RR, man glaubt es nicht. Aber man bewegt sich fast immer in einer Grauzone.
(Erwischt oder gut gegangen)

Deshalb, bitte nicht vergleichen oder versuchen zu übertragen. ThumbUP
VT12
 

Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon OSM62 » 02.06.2017, 09:26

jussen hat geschrieben:Auf der einen Seite bringt mir die Erfahrung auf der Renne die Gewissheit, dass in spontanen Situationen "noch was geht", wo früher der Kopf schon eher Schluss gemacht hat.
Auf der anderen Seite fahre ich auf der Landstraße aber ich ruhiger, da ich mir den Spaß an Schräglage und Geschwindigkeit eher auf der Renne hole.
Ich möchte die Erfahrung nicht missen.

Viele Grüße Jussen

bzw.
Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?


Nachdem ich mir vor 5 Jahren zum runden Geburtstag 2 Tage Renne und 2 Tage in Almeria geschenkt habe
und dort auch entsprechend die Runden auf der Renne gedreht habe, gebe ich als Antwort:
JA!
Und das im ersten Zitat geschriebene unterstreiche ich ganz besonders.

Ich kam damals wieder, bin hier meine erste Runde gefahren, und dachte mit, uiii das geht aber jetzt
schöner und schneller.

Und was ich immer wieder feststelle wenn ich als Lumpensammler in einer Gruppe fahre, die die sich am
wenigsten trauen Schräglage zu fahren (mangels Erfahrung oder Training), sind die ersten die aufmachen
und in den Graben oder wenn Sie Glück haben in die Wiese neben der Straße fahren.
(bei einer Fahrt mit einer Gruppe vor ca. 6 Wochen haben 3 von 7 einen kleinen Ritt durchs grün gemacht)

Ich kann nur jeden sagen, das jede Art von Training (Sicherheitstraining z. B. beim ADAC, Kurventraining
oder halt fahren auf der Rennstrecke) dafür sorgt das Motorrad bzw. das was damit machbar ist, kenne zu
lernen, egal ob auf der Bremse, oder die mögliche Schräglage oder auch das was passiert wenn man mal
öfters aus den Kurven raus feuert. Es sorgt alles für mehr Sicherheit auf dem Moped.
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Bladerking » 03.06.2017, 09:34

Von mir ein klares JA - und zwar mehrfach :D

1. Ich habe mein Motorrad auf der Renne viel besser einzuschätzen gelernt. Mein persönlicher Grenzbereich hat sich sehr stark verändert. Dadurch habe ich auf der Straße viel mehr "Reserven" und gerate nicht so schnell in Panik, wenn ich eine Kurve mal falsch eingeschätzt habe oder sie sich zuzieht.

2. Besonders die erste Zeit nach einem Rennstreckentraining bin ich eigentlich eher langsamer auf der LS unterwegs. Das liegt wohl daran, dass die LS im Vergleich zur RS so eng ist und überall Gefahren (Bäume, Gegenverker usw.) lauern.

Bei Gefahrensituationen in denen man keine Zeit hat zu reagieren hat nutzt das natürlich nichts. Aber oft hat man ja zum Glück noch Zeit irgendwie zu reagieren. Mir hat ein Mädel mal mit dem Auto die Vorfahrt genommen. Ohne die Erfahrung auf der RS hätte ich vermutlich ne Vollbremsung versucht (was bestimmt nicht gepasst hätte). Aber es war genug Platz um das Hindernis zu umfahren, auch wenn ich kräftig umlegen musste.
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon vuk76 » 03.06.2017, 17:53

Auch von mir ein klares JA...wil soviele Kurven und so viiele möglichkeiten Fehler zu machen ohne grosse Auswirkungen hast du auf der Strasse nicht. Ich fahre öfters auf einer kleiner Rennstrecke - eher grössere kartstrecke - wo meistens im zweiten Gang gefahren wird. Und da kannst super sachen tun und ausprobieren die du auf der Strasse nicht kannst. Und vor allem in fall der fälle wenn auf der Strasse was passiert weiss aus erfahrung das mehr geht...
Ich vor allem du weisst dann auch wie sich das Motorrad verhält beim scarfem bremsen, motorrad schnell umwerfen von links nach rechts usw....
Und du kannst in Kuvren ohne Hintergedanken fahren das öl, schotter oder was anderes liegt.
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon MarcP » 06.06.2017, 15:49

der Effekt der bei mir eingesetzt hat, dass ich auf der Landstrasse immer langsamer fahre... :) weil..es gibt für mich keinen Reiz des schnellen Fahren mehr. Und das was, was ich könnte liegt weit über der STVO. :lol: Also warum noch heizen.. Ich erfreue mich der schönen Landschaft... sagte ich das Deutschland schön ist ? :-)

Manchmal überholt mich meine Frau...weil ich wieder am bummeln bin... winkG
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon powerschmid2000 » 06.06.2017, 17:41

Mein Eindruck ist, dass die Leute, die sich die Renne gönnen können, auf der LS viel weniger den Max machen müssen,
da sie sich in einem anderen "Gebiet" schon ganz gut austoben können/konnten. Irgendwie verleiht das den Fahrern Ruhe auf der LS und die sind damit vernünftiger. Meine Vermutung ist zudem, dass die Linie der RS Fahrer besser ist, als von vielen LS Fahrern,
wenn sie dann auf der LS unterwegs sind. Das ist aber nur meine Hypothese.... Leider gibt es auch viele, die sich die Renne nicht leisten können/wollen und dann gleiches auf der Landstraße probieren -> echte Idioten halt.
Die Erfahrung der Renne ist m.M. auf jeden Fall zu übertragen, aber dafür reicht nicht nur ein einmaliges RS Training aus
und nur - ohne Instruktor - auf der RS zu "hetzen" hat leider auch wenig Effekt.
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Fafnir » 06.06.2017, 19:20

auch ein like ThumbUP für den Beitrag von powerschmid 2000
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Re: Rennstreckenerfahrung übertragbar auf Landstrasse ?

Beitragvon Neo2005 » 06.06.2017, 20:57

Man(n) wird sicherer aber auch langsamer auf der Landstraße, hin und wieder frägt man sich eher: Muss ich mir das noch weiter antun auf der Straße oder bewege ich das Mopped lieber artgerecht und mit Spaß ab dem ersten Meter? Ohne "heimtückische" Kurven die sich plötzlich zuziehen, Traktoren/Mähdrescher auf der eigenen Fahrspur, Rentner die wenden auf der LS, Rennleitung im Gebüsch, Sand in der Kurve, Radler/Womos/Busse vor den meisten Kehren ect. Je öfter man auf der RS fährt um so öfter stellt man sich diese Frage winkG
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