Übersetzung der S 1000 R

Die Technik der S 1000 R - S1000R.

Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon fazer-fighter » 26.02.2017, 20:35

kann euch ja alle verstehen. Bin halt Maschinenbauer und rechne gern mit Kräften und Beschleunigungen. Und rein rechnerisch ist es halt so, dass die S1R in den ersten 2 Gängen mehr Kraft hat, als sie auf die Strasse bringen kann. Somit ist die Fuhre die ganze Zeit am Regeln für Antischlupf und somit eine kürzere Übersetzung sinnlos.
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Re: Übersetzung der S 1000 R

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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon LSE380 » 26.02.2017, 21:07

Rechne uns doch mal was vor :mrgreen: ThumbUP
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon fazer-fighter » 26.02.2017, 21:47

Werksangabe 112Nm. Primärübersetzung 1,652. 1ter Gang 2,647, Sekundärübersetzung 2,647. Macht insgesamt Übersetzung von 11,57.
Drehmoment somit 1300Nm am Hinterrad. Bei Raddurchmesser von 64cm eine Kraft am Hinterrad von 4062N. zu beschleunigendes Gewicht Mopped + Fahrer ca. 300kg = 3000N. somit Kraft höher als 1G =9,81M/S². Somit durchrutschen, da nur Reibwert 1 und somit nur Beschleunigung 1G möglich. Im 2ten Gang immer noch Kraft am Hinterrad von 3200N. Somit immer noch mehr als die 3000N von Mopped + Fahrer und mehr als 1G. somit immer noch durchdrehen. neenee p.s. der Luftwiederstandwert bis160kmh ist dabei vernachlässigbar
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon erny » 26.02.2017, 22:14

hast bei deiner rechnung den suchtfaktor vergessen. :mrgreen:
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon fazer-fighter » 26.02.2017, 22:23

welcher Suchtfaktor ? wenn du in den ersten 2 Gängen mehr Kraft auf die Strasse bringst als machbar ist, was willste da ändern ?
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Meister Lampe » 27.02.2017, 11:29

fazer-fighter hat geschrieben:welcher Suchtfaktor ? wenn du in den ersten 2 Gängen mehr Kraft auf die Strasse bringst als machbar ist, was willste da ändern ?


Theorie und Praxis treffen da mal wieder aufeinander , die Elastizität und in mehreren Passagen nicht immer zwischen zwei Gängen zu schalten , vor allem in den Bergen macht schon mächtig Spaß und in den Gängen 3-6 beschleunigst du nicht ... scratch , einfach mal das 16 Ritzel vorne fahren und du wirst sehen was passiert , den der Radstand wird auch minimal länger und die Weehlieneigung nimmt ab , aber "Vorsicht" ... ist nur was für spochtliche Typen ... winkG

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Re: Übersetzung der S 1000 R

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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon CB-Olaf » 27.02.2017, 12:42

Hallo,

2 Punkte sollte man nicht vergessen:

1. Den Gesamtwirkungsgrad der Kraftübertragung. Allein ein Kettentrieb "frißt" 8-15% je nach Pflege. Dazu kommt noch der Getriebewirkungsgrad. Man muss also ca. 10-15% abziehen.

Viel wichtiger aber ist:
2. Wir haben keinen Elektromotor (zum Glück). Das bedeutet, dass das Drehmoment bei 3.000 1/min nur ca. 85 Nm beträgt. Die 112 Nm stehen erst bei 9.200 1/min an.

Und schon sieht man, dass es sehr wohl viel Spaß machen kann etwas kürzer zu übersetzen. Speziell für die Gänge 3-6.

Ich kann nur sagen, probiert es doch einmal aus. Für alle die nicht auf der Autobahn Topspeed fahren wollen ist das eine feine Sache. Speziell in den Bergen und im kurvigen Geläuf.

Es gibt allerdings einen großen Nachteil: der Hinterreifen verschleißt noch schneller :D und der Verbrauch geht ein klein wenig nach oben.

Tschüß

Olaf

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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Pille 2 » 27.02.2017, 13:51

Ich verstehe BMW an dieer Stelle auch nicht.
Die Übersetzung ist in Serie zu kurz.
Hinsichtlich Topspeed ist Sie dann optimal wenn der Motor in Gang 6 Nennleistung d.h. 11000 U/min dreht.
So erreicht man die höchste Topspeed.
Mit Serienübersetzung dreht Sie mit etwas Anlauf in den Begrenzer bei 12000 U/min.

Die Sache mit der Beschleunigung hat "fazer fighter" schon sehr gut dargestellt.

Der einzige Vorteil der kurzen Übersetzung ist das Durchzugsvermögen im letzen Gang.
Aber auch das ist belanglos da ich notfalls auch im 5ten Gang fahren kann wenn mir der 6te Gang zu "saftlos" vorkommt.

Ich werde mir bei meiner 1000 km Inspektion die Übersetzung um 2-3 Zähne am Kettenrad verlängern lassen.
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon OSM62 » 27.02.2017, 13:57

Pille 2 hat geschrieben:Hinsichtlich Topspeed ist Sie dann optimal wenn der Motor in Gang 6 Nennleistung d.h. 11000 U/min dreht.
So erreicht man die höchste Topspeed.
Mit Serienübersetzung dreht Sie mit etwas Anlauf in den Begrenzer bei 12000 U/min.

Das stimmt aber nur für die kleinen Jockeyfiguren.
Wenn ich drauf sitze dann passt das. Dann wäre ich froh wenn sie in den Begrenzer geht.
(unsere Erfahrung aus dem Reifentest mit den 8 BMW S 1000 R)
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Michl » 27.02.2017, 20:14

Pille 2 hat geschrieben:Ich verstehe BMW an dieer Stelle auch nicht.
Die Übersetzung ist in Serie zu kurz................................Ich werde mir bei meiner 1000 km Inspektion die Übersetzung um 2-3 Zähne am Kettenrad verlängern lassen.

Das seh ich genauso.
Die viel zu kurzen Übersetzungen sind halt bei den Herstellern sehr beliebt um bei den Test`s in der Durchzugsmessung gut da zu stehen.
Ich fahre mit einem 43er Kettenrad und 118er Kette und das passt hervorragend.

Grüße Michl
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Mavro » 05.03.2018, 23:31

fazer-fighter hat geschrieben:Werksangabe 112Nm. Primärübersetzung 1,652. 1ter Gang 2,647, Sekundärübersetzung 2,647. Macht insgesamt Übersetzung von 11,57.
Drehmoment somit 1300Nm am Hinterrad. Bei Raddurchmesser von 64cm eine Kraft am Hinterrad von 4062N. zu beschleunigendes Gewicht Mopped + Fahrer ca. 300kg = 3000N. somit Kraft höher als 1G =9,81M/S². Somit durchrutschen, da nur Reibwert 1 und somit nur Beschleunigung 1G möglich. Im 2ten Gang immer noch Kraft am Hinterrad von 3200N. Somit immer noch mehr als die 3000N von Mopped + Fahrer und mehr als 1G. somit immer noch durchdrehen. neenee p.s. der Luftwiederstandwert bis160kmh ist dabei vernachlässigbar


Naja, ein guter Super-Sportreifen kann durchaus mehr als (my) u = 1 übertragen. Werte von bis zu 1,4 sind möglich. Somit könnte man im betriebswarmen Zustand der Reifen auch mit 1,3g beschleunigen. Aber das viel grössere Problem ist, daß der Schwerpunkt nicht in gerade Linie vor dem Reifenaufstandspunkt liegt. Hierdurch wird schon bei weniger als 1g Beschleunigung das HInterrad den Schwerpunkt untenrum überholen - das nennt man "Überschlag rückwärts".
Aus meiner langjährigen Erfahrung mit den Supersportreifen kann ich bestätigen, daß die Haftung der Reifen immer besser war (warmer Reifen, trockene, gute Strassenbeschaffenheit) als die Möglichkeit den jeweils anderen Reifen am Boden zu halten (Stoppie oder Wheelie).
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Pille 2 » 11.03.2018, 08:56

Die maximale Kraft die über den hinteren Reifen übertragen werden kann hängt von zwei Faktoren ab:
1.) Der Reibwert
2.) Das Gewicht das durch die dynamische Gewichtsverlagerung auf das Hinterrad verlagert wird.

Optimal ist also der Zustand wenn das Vorderrad gerade so über der Straße schwebt.
In diesem Zustand liegen 100% des Gewichtes auf dem HR.

Die mögliche Kraft Übertragung ist Gewicht x Reibwert.

Ein Reibwert von 1,0 bedeutet aber nicht automatisch dass man mit 1 g (9,81 m/s²) beschleunigen kann.
Hier kommt nun die Schwerpunktlage in Spiel.
Eine Enduro mit hohen Schwerpunkt neigt schneller zum Wheely was schlechter für die maximal mögliche Beschleunigung ist.
Optimal ist der Schwerpunkt so gelagert das sich bei rund 9,81 m² das Gewicht gerade so verlagert, dass das VR abhebt und 100% Gewicht auf dem HR sind. Je besser der Reibwert und damit die theoretisch mögliche Beschleunigung desto tiefer sollte der Schwerpunkt sein.

Zurück zu der besseren Beschleunigung beim Kürzen der Übersetzung.
Ein Irrglaube der in vielen Köpfen eingebrannt ist.
Es fühlt sich nur so an da die Drehzahl schneller ansteigt und man eher schalten muss.
Aber wie schon gesagt wurde, bei der S1R eh Blödsinn da mehr Kraft vorhanden ist als umsetzbar.
Auch bei schwächeren Bikes mit 50 PS verbessert sich die Beschleunigung nahezu nicht.
Vorteil ist hier besseren "Wegkommen" auf den ersten Metern plus kleinere Schaltsprünge womit die Leistung nach dem Schalten weniger abfällt. Nachteilig sind mehr Schaltunterbrechungen ohne Zugkaft/Beschleunigung bezogen auf einen Geschwindigkeitsbereich x.

Für viele vielleicht schwer zu glauben aber bei einer Leistung von beispielsweise 100 PS gibt es für eine Geschwindigkeit von z.B. 150 km/h eine theoretisch maximale HR Kraft. Man kann die Übersetzung ändern wie man will aber man kann nicht oberhalb dieser Kraft kommen. Egal wie die Drehmomentkurve und Höhe ist. 100PS sind 100PS und ermöglichen eine maximal mögliche Zugkraftkurve. Durch die Schaltsprünge verliert man immer etwas von der theoretischen Kurve, d.h. man liegt in Teilbereichen etwas unterhalb. Vorteilhaft sind damit kleine Schaltsprünge und möglichst Leistungskurven mit einem flachen Maximum. Hierdurch fällt nach dem Schalten die Leistung weniger ab.

Vorteilhaft sind auch noch kleine rotierende Massen (Räder, Reifen, rotierende Motorenteile...)
Hierdurch verbessert sich zwar nicht die Leistung aber die Beschleunigung da weniger rotierenden Massen beschleunigt werden müssen.

Bei hohen Geschwindigkeiten kommt dann die Aerodynamik in Spiel wo in der moto gp nun schon mit Abtrieb erzeugenden Flügeln experimentiert wird. Aber da hat unsere S1R nix mit zu tun.
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Mavro » 13.03.2018, 01:19

Genau!
Wir haben eine Masse (Motorrad+Fahrer) und um diese in einer Zeit X auf eine Geschwindigkeit Y zu beschleunigen, ist eine Leistung (Energie pro Zeit) notwendig.Also, die Physik sagt, anders herum, dass man mit einer Leistung P eine Masse M in einer Zeit T auf eine Geschwindigkeit V beschleunigen kann. (Grossbuchstaben gewählt, weil alles konstant ist).
Also, wenn die Motorleistung nicht verändert wird, dann braucht man für die gleiche Geschwindigkeit auch die gleiche Beschleunigungszeit!

In der Praxis heisst das, dass es auf die Motorleistung ankommt, nicht auf die Übersetzung - jedenfalls solange der Motor um sein Leistungsmaximum herum betrieben wird. Wenn man aber vom Durchzug spricht, also den Motor irgendwo in der Mitte des Drehzahlspektrums, dann hat man durch eine kürzere Übersetzung den Vorteil, dass man den Motor nun bei etwas höherer Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit betreibt und er dort eben eine höhere Leistung abgeben kann. Also ist der Durchzug besser und die Beschleunigung höher.

Und wer diese Erklärung nicht mehr versteht, der braucht sich nicht zu schämen, denn, wenn ich es nicht wüsste, wurde ich meiner Erklärung nun auch nicht mehr folgen können. Also, höre ich jetzt lieber auf. :roll:

P.S. Bei rotierenden Massen wirkt sich die Masse ungefähr 4fach aus. Also 2kg weniger Radmasse lassen das Motorrad ähnlich flott beschleunigen, wie 8kg weniger an der Motorradmasse (z.B. Rahmen).
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Re: Übersetzung der S 1000 R

Beitragvon Sandie » 18.03.2018, 16:22

Michl hat geschrieben:Die viel zu kurzen Übersetzungen sind halt bei den Herstellern sehr beliebt um bei den Test`s in der Durchzugsmessung gut da zu stehen.


Das ist so nicht ganz korrekt; ansonsten würden die Hersteller deutlich kürzer Übersetzen.
Die Werksübersetzung ist ein Mix aus Performance und Emmisionsvorschriften.
Einerseits möchte man, das die Kundschaft das Gefühl hat, es geht nach vorne; andererseits müssen gesetzliche Vorgaben für Geräusch-, Abgas- und Verbrauchsvorschriften (z.B. Flottenverbrauch -> CO2-Ausstoß) eingehalten werden. Und die werden in zunehmendem Maße nicht mehr an der Drehzahl sondern an der Geschwindigkeit festgemacht.


Mavro hat geschrieben:Bei rotierenden Massen wirkt sich die Masse ungefähr 4fach aus. Also 2kg weniger Radmasse lassen das Motorrad ähnlich flott beschleunigen, wie 8kg weniger an der Motorradmasse (z.B. Rahmen).


Wenn man den Faktor u/min außer Acht lässt, vielleicht.
Bin aber zugegebener Maßen kein Ingineur sondern nur Beamter...

Ich habe in meinen anderen Mopeds Alu-Kupplungsscheiben, deren Ersparnis so um die 3-500 Gramm sind.(Genau hab ich das grad nicht parat)
Glaub mir, wenn die sich 12000 mal in der Minute drehen ist das ganz anders als der Unterschied vor/ nach Verdauung. 8)
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